Motorradhelme sind ein unverzichtbarer Teil der Ausrüstung und können im Falle eines Unfalls lebensrettend sein. Rund 35 % aller Aufprallkräfte bei Motorradunfällen treffen die Kinnregion – ein Grund mehr, bei der Helmwahl keine Kompromisse zu machen. Doch welcher Helmtyp ist der richtige für dich?
Integralhelm, Klapphelm, Jethelm oder Cross-/Endurohelm – jeder Typ hat seine Stärken für bestimmte Fahrstile und Einsatzzwecke. In diesem Guide vergleichen wir alle 4 Helmtypen, erklären die wichtigsten Kaufkriterien und zeigen dir, in welcher Preisklasse du das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bekommst.
Rund 35 % aller Aufprallkräfte treffen die Kinnregion – der Integralhelm bietet hier den besten Schutz.
Sicherheit, Komfort, Gewicht und Preis – damit du auf einen Blick siehst, welcher Helm zu dir passt.
| # | Helmtyp | Sicherheit | Komfort | Gewicht | Preisbereich | Ideal für |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Integralhelm | Sehr hoch | Hoch | 1.400–1.600 g | 100–600 € | Allrounder |
| 2 | Klapphelm | Hoch | Sehr hoch | 1.500–1.800 g | 150–700 € | Tourenfahrer |
| 3 | Jethelm | Mittel | Hoch | 900–1.200 g | 60–300 € | Stadtfahrer |
| 4 | Cross-/Endurohelm | Hoch | Mittel | 1.100–1.500 g | 80–600 € | Offroad & Adventure |
* Die angegebenen Preise sind Richtwerte und können je nach Hersteller, Modell und Ausstattung abweichen.
Jeder Helmtyp hat seine eigenen Vorteile. Hier findest du alle Details, um die richtige Wahl zu treffen.

Maximaler Schutz – der Allrounder für jeden Fahrstil
Integralhelme, auch Vollvisierhelme genannt, bieten den umfassendsten Schutz, da sie den gesamten Kopf einschließlich Kinn und Gesicht umschließen. Studien zeigen, dass rund 35 % aller Einschläge das Kinn treffen – genau dort, wo der Integralhelm seine größte Stärke hat. Moderne Integralhelme sind leicht, aerodynamisch und bestens belüftet.

Vielseitigkeit trifft Komfort
Klapphelme, auch Modularhelme genannt, haben einen klappbaren Kinnteil, der nach oben geschwenkt werden kann, um den Helm in einen offenen Zustand zu versetzen. Das macht sie besonders praktisch für Brillenträger und Tourenfahrer. Im geschlossenen Zustand bieten sie ähnliche Sicherheit wie ein Integralhelm, sofern sie die P/J-Zulassung besitzen.

Leicht & luftig – das Freiheitsgefühl für die Stadt
Jethelme, auch Halbschalenhelme genannt, lassen das Gesicht offen und bieten Schutz für den oberen Kopf und die Seiten. Sie sind deutlich leichter als Integral- und Klapphelme und bieten ein breites Sichtfeld – ideal für Stadtfahrten und heiße Sommertage. Beliebt bei Vespa- und Rollerfahrern.
Kult-Helm für Harley-Fahrer: Bores Gensler Kult
Der Bores Gensler Kult ist ein legendärer Halbschalenhelm im klassischen Braincap-Stil – beliebt in der Chopper- und Harley-Szene. Wichtig: Der Gensler Kult besitzt keine ECE-Zulassung und ist damit in Deutschland nicht für den Straßenverkehr zugelassen. Wer den Retro-Look liebt, aber legal fahren will, sollte auf ECE-geprüfte Alternativen wie den Schuberth J2 oder Nolan N21 Visor setzen.

Für Gelände, Offroad & Adventure
Cross- und Endurohelme sind speziell für Offroad-Fahrten konzipiert. Sie haben einen markanten Schirm und eine verlängerte Kinnpartie für zusätzlichen Schutz und Belüftung. Enduro-Varianten kombinieren diese Eigenschaften mit einem integrierten Visier für den Einsatz auf der Straße.
* Die angegebenen Preise sind Richtwerte und können je nach Hersteller und Händler abweichen.
Diese 6 Kriterien entscheiden über Sicherheit, Komfort und Langlebigkeit deines Helms.
Der Helm darf nicht drücken, aber auch nicht wackeln. Miss deinen Kopfumfang knapp über den Augenbrauen und probiere verschiedene Marken – Kopfformen variieren stark. Ein Helm, der nicht passt, schützt nicht richtig.
Seit Juni 2024 dürfen nur noch Helme nach ECE R 22.06 verkauft werden. Diese Norm testet erstmals auch Rotationskräfte. Helme mit ECE 22.05 sind weiterhin zugelassen, aber die neue Norm bietet nachweislich besseren Schutz.
Carbon ist leicht und fest (ab 400 €). Fiberglas/Composite bietet ein gutes Verhältnis aus Gewicht und Preis (ab 150 €). Thermoplast/Polycarbonat ist günstig, aber schwerer (ab 60 €). Für regelmäßiges Fahren lohnt sich Fiberglas als Minimum.
Ein Pinlock-Visier verhindert Beschlagen – unverzichtbar bei kühlem Wetter. Eine integrierte Sonnenblende spart die Sonnenbrille. Achte auf schnellen Visierwechsel und kratzfeste Beschichtung.
Jedes Gramm zählt auf langen Touren. Integralhelme wiegen 1.400–1.600 g, Klapphelme oft über 1.700 g. Carbon-Helme unter 1.300 g sind spürbar leichter. Teste den Helm länger als 5 Minuten im Laden, um den Tragekomfort zu beurteilen.
Gute Belüftung verhindert Schwitzen und Beschlagen. Verstellbare Ventilationskanäle sind Standard ab der Mittelklasse. Der Lärmpegel hängt von Passform, Dichtung und Aerodynamik ab – leise Helme schützen auch dein Gehör.
* Die angegebenen Preise sind Richtwerte und können je nach Hersteller und Händler abweichen.
Online bestellen heißt: kein Anprobieren im Laden. Mit diesen 6 Tipps findest du trotzdem den perfekt sitzenden Helm – und sparst dir die Rücksendung.
Die häufigste Retouren-Ursache bei Helmen ist nicht die falsche Größe, sondern die falsche Kopfform. Wer seine Kopfform kennt, spart sich 80 % der Rücksendungen.
Miss mit einem flexiblen Maßband knapp über den Augenbrauen und am Hinterkopf an der breitesten Stelle. Mache 3 Messungen und nimm den Durchschnitt. 57–58 cm = Größe M, 59–60 cm = L. Tipp: Ein Wollfaden und Lineal tun es auch.
Nicht jeder Helm passt auf jede Kopfform. Arai baut eher runde, Shoei eher ovale Helme. Schau dir Erfahrungsberichte zur Passform an – das spart die häufigste Retouren-Ursache. Im Zweifel: 2 Größen bestellen und eine zurückschicken.
Beim Online-Kauf hast du 14 Tage Widerrufsrecht – nutze das bewusst. Setze den Helm zu Hause auf, trage ihn 20–30 Minuten und bewege den Kopf. Drückt er nach 10 Minuten, wird es auf der Tour nicht besser.
Der Helm sollte gleichmäßig eng sitzen, ohne Druckstellen. Schüttle den Kopf: Wackelt der Helm, ist er zu groß. Faustregel: Ein neuer Helm darf sich leicht zu eng anfühlen – das Innenfutter gibt 3–5 mm nach.
Ein M bei Shoei ist nicht dasselbe wie bei HJC. Vergleiche immer die cm-Angaben in der Größentabelle des jeweiligen Herstellers, nicht die Buchstaben-Größe. Die meisten Shops verlinken die offizielle Tabelle.
Filtere Reviews nach Begriffen wie „Passform“, „eng“, „oval“ oder „rund“. Das gibt dir ein realistisches Bild, ob der Helm zu deiner Kopfform passt. Achte besonders auf Rezensionen von Käufern mit ähnlichem Kopfumfang.
Profi-Tipp: 2 Größen bestellen
Viele Online-Shops bieten kostenlosen Rückversand. Bestelle im Zweifel zwei Größen und schicke die schlechter sitzende zurück. Das ist günstiger als ein Helm, der nach 30 Minuten Kopfschmerzen verursacht. Achte auf die Rückgabebedingungen: Der Helm muss unbenutzt und mit allen Etiketten zurückgeschickt werden.
Damit dein Helm lange hält und dich zuverlässig schützt.
Ein Helm schützt nur so gut, wie er sitzt – und so lange, wie das Material intakt ist. Investiere in Passform und tausche rechtzeitig.
Maßband knapp über den Augenbrauen und am Hinterkopf an der breitesten Stelle anlegen. Ergebnis = Helmgröße (z. B. 57–58 cm = Größe M). Im Zweifel den kleineren Helm nehmen – das Innenfutter gibt nach.
Auch wenn äußerlich keine Schäden sichtbar sind: Die Energie-absorbierende EPS-Schale kann unsichtbare Risse haben. Nach einem Aufprall ist der Schutz nicht mehr gewährleistet – sofort austauschen.
UV-Strahlung, Schweiß und Temperaturschwankungen zersetzen das Material. Hersteller empfehlen den Tausch nach 5 Jahren – auch ohne Sturz. Das Produktionsdatum steht auf dem ECE-Etikett.
Durch das Eigengewicht auf dem Spiegel kann sich die Innenschale verformen. Helm immer auf eine flache Unterlage oder einen Helmständer legen.
Ohne ECE-Prüfzeichen ist der Helm im Straßenverkehr nicht zugelassen. Achte auf das E-Zeichen im Kreis (ECE R 22.05 oder 22.06) auf dem Kinnriemen-Etikett.
Herausnehmbares Innenfutter alle 2–4 Wochen im Schonwaschgang waschen. Das verlängert die Lebensdauer und verhindert Geruchsbildung. Nie Föhn oder Heizung zum Trocknen nutzen.
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